FuntasticSix - Allgäu-Orient-Rallye Team 78

... suche nicht das Abenteuer, aber gehe ihm nicht aus dem Weg ...

Tag 2 – Der unbequeme braune Hirsch

Tag 2 | 01. Mai 2016 
gefahrene Strecke: 570 km | Weiz (AT) – Timisoara (RO)

Da sind wir wieder. Erste Dusche der AOR 2016 genossen und optimal grundversorgt. Aber von Anfang an.

Es ist 06:00 wie sich gleich herausstellt. Nicht Prince, nicht Depesche Mode und auch nicht Fury in the Slaughterhouse wecken mich. Stattdessen ein synchrones Klopfen. Jörn steht neben dem Auto und versucht auf diese Art und Weise des Klopfens Gehör zu finden. Hat er geschafft. Wie schon bei Tag 1 geschrieben kamen wir alle irgendwie auf die glorreiche Idee direkt auf dem Hotelparkplatz vor dem Hotel Brauner Hirsch in Weiz zu übernachten. Den Vortag haben wir bis tief in die Nacht uns bis an die ungarische Grenze merangekämpft. Statt lecker Kaffeeduft, frisch gebackene Brötchen und Sonnenschein der einen langsam und geduldig den Start in den Tag bereiten soll. Nein, hier nun das monotone Knock Knock Knock. Die Besatzung der RMS Hildesia öffnet die Augen. Haben wir wirklich von ca. 01:00 Uhr bis 06:00 Uhr im sitzen in den Wüstenschiffen geschlafen? Beim Aussteigen sagt der jetzt krumm Rücken laut „Ja, Vollhorst, hast Du“ Ich mag gar nicht mehr drüber nachdenken. „Abfahrt“ sage ich nur. Irgendwohin wo man kleine Katzenwäsche und Zähne putzen kann. Und vielleicht ein Kaffee? Letztere am Ende von Österreich absolute Utopie. Wir müssen jetzt wieder den Rallye Modus akzeptieren. Zähne putzen und Katzenwäsche mit dem doch so super wichtig gekauften Weserkanister, der aktuell nicht mehr macht als 20 Liter echtes Hildesheimer Wasser unberührt quer durch die Alpenrepublik zu schwappen. Kaffee, löslich. Musste ja dringend mitgenommen werden. Gaskocher den man natürlich braucht. Vorsichtshalber noch zwei Gas Kartuschen gekauft. Ach ja und das Camping Kochset nicht zu vergessen. Sieht alles hoch professionell aus. Und richtig Rallye-like. Vor allem wenn es den komplett überfüllten Kofferraum oder Dachbox nie verlassen wird, geschweige auch nur angefasst. Habe ich erwähnt dass wir auch ein Zelt, Isi-Matten und Schlafsäcke haben? Was kann man damit wohl machen, außer Gepäckraum zu verdichten.

Also los, die nächste Grenze wartet. Von Österreich aus geht es nun nach Ungarn. Nix los heute auf den Straßen. Und irgendwie ist immer Team 83 Südheide in der Nähe. Entweder direkt vor uns, oder kurz Hinterns. Je nachdem wieviel Päuschen (in südheiderisch heißt das Tüdellüh) sich man gönnt.

Unser WLAN Access Point dickt auch irgendwie rum. McDonald taucht vor uns auf. Kaffee, endlich. Nachdem die erste gefundene Tankstelle neben einer voll verarzten Gaststube nichts zu bieten hatte. Wir also hin, auch ja Gratis WLAN gibt es da auch. Den Text für Tag 1 muss ich noch schreiben, dachte mir in meinen jugendlichen Leichtsinn, meine Bilderserie von ca. 15 Bildern , ausgewählt für Tag 1 im Format 4.000 px x ca. 3.000 px kann mal eben so (und schon mal vorab) auf das Blog hochladen. Völlige Überlastung. Ok, dann nicht.

Nach geringer Stärkung wurde wieder Fahrt aufgenommen. Irgendwann mussten die Wüstenschiffe auch wieder betankt werden. RMS Hildesia schreit schon wieder mit dem Hinweis Ölstand prüfen. Ich gleich mit Auffangnetz bewaffnet den Öldeckel versucht einzufangen. Diesmal gig er wieder schwer ab, blieb aber artig auf seinem ihm angestammten Platz. 1,5 Liter auf ca. 1.000 km, das erinnert ich stark an meine BMW02 Zeit. Da hat keiner gemeckert und der Verbrauch war „angesagt“. Jetzt heißt es los, die nächsten öligen Tropfen müssen die drehenden Teile des Schiffsantriebs optimal durchfluten. Wir haben vorsichtshalber mehr als 10 Liter dabei. Richtig toll ist auch, dass die Kanister auf dem Dach in wasserdicht verpackten Kartons verstaut sind. Unter gefühlt 50 qm Ware für das Kinderheim in Ligoj. Geistesblitz: Ich wußte welcher Karton es ist. Ich wußte wo ein Messer ist. Und ich wußte auch, das in dem Karton mit dem Öl auch Panzertape vorhanden ist. Den der geschnittene Briefkastenschlitz muss ja irgendwie  auch wieder zu. Hat alles wunderbar geklappt.

Jörn, unser Navigator hat einen tollen und schnittigen Weg gefunden und vorbereitet. Schnell kamen wir in Richtung Grenze. Schnell merkten wir auch dass zwei mickrige Frühstücksbürger bei McDonalds nicht ausreichen werden um aus dem katastrophalen (und schmerzhaften) Beginn doch einen patenten Tag werden zu lassen. Wir wurden nicht enttäuscht. Ein Ungar der in Rumänien an einer Landstrasse ein TexMex Restaurant betreibt ist schon selten. Selten ist in Ungarn auch, dass man auf Tische warten  muss. Das Restaurant scheint ein Geheimtipp zu sein. Essen sieht lecker aus. Schmeckt hervorragend und mehr als üppig. 4 Mahlzeiten, 8 Cola und zwei Espresso, umgerechnet 38 Euro. Läuft bei uns.

Später tauchte die rumänische Grenze auf. Die Südheide war plötzlich wieder hinter uns. Wir haben zusammen die Grenze passiert, das obligatorische Grenzfoto vergessen und 5 Euro Strassennutzungsgebühr abgeschekelt.

Team 83 will noch direkt nach Lugoj fahren. Wir wollten nur noch einen Ort weiter. Den Rest, ca. 1 Stunde zum Kinderheim in Lugoj wollen wir morgen früh fahren. Um 09:00 Uhr übergeben wir zusammen mit Team 111 Normal ja, die Karlsracer (Team 5), die Südheide #83 und wir, die FuntasticSix #78 die gesammelten Spenden an das Kinderheim. Sie können es mehr als gebrauchen.

Heute und jetzt nun im ersten großen Ort nach der Grenze, in Timisoara ein Hotel direkt am Ortseingang entdeckt. Ganz neu, 35 Euro inkl. Frühstück pro Doppelzimmer. Gebucht.

Das minimale Ausladen ist bei Team 78 schon eine logistische Meisterleistung. Alle GoPros abbauen, den Kamerarucksack mit allen Utensilien mitnehmen, kleine Tasche mit dem nötigsten auch. Macbook, Steckdosenleiste, Unmengen an USB- und Lightning,kabeln, USB Stecker, etc. etc. etc. So ein Hotel ist schon Aufwand.

Und das wichtigste zum Schluß. Meine 150db Töte macht es nicht mehr. Die hat das Knock Knock Knock von Jörn heute morgen auch erschreckt und sofort ihren Dienst eingestellt. Das gute Stück habe ich auch noch schnell repariert und eine Honige Kostprobe im Hotelzimmer ertönen lassen. Perfekt.

Und jetzt schlafen. Im liegen. Wunderbar. Und ja, das ganze Outdoor Zeugs wird auch noch seinen Einsatz haben. Wann? Ihr werdet es lesen. Bis bald.

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Coco
Beifahrer

huhuhu!!!! Team 23 aus dem Jahr 2014 wünscht einfach weiterhin eine GUTE FAHRT!!!

Michael T19-AOR2014
Gast

Lieber Frank (und die anderen Drei auch!),

ich muss mir jetzt erst einmal ein paar neue F5-Tasten besorgen, denn die sind durch das viele Aktualisieren des Browserfensters schon verschlissen. Ich kann es gar nicht erwarten, bis der nächste Blogeintrag von Dir kommt. Gebt Gas (beim Schreiben!).

Wie ich sehe seid Ihr schon wieder unterwegs um 6:40 (7:40 Uhr) (gerade beim Tanken an einer Lukoil in Trud?)

Go for Camel….

Timo
Beifahrer

Herrlich nach dem Feierabend mit einen Kaffee den Blog lesen.

Timo
Gast

Nach der Arbeit bei einem Käffchen den Blog lesen. Herrlich

Gabi Jagenberg
Gast

Hallo hier grüßen die „Hamburger Mädels“ vom 28.4.! Wir durften uns auf euren Autos verewigen ……….Bisher sieht ja alles super aus! Weiterhin gute pannenfreie Fahrt und immer einen Kaffee zum Frühstück, ich oute mich, bin Fan von löslichem Kaffee! Tschüss und Hummel Hummel

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