FuntasticSix - Allgäu-Orient-Rallye Team 78

... suche nicht das Abenteuer, aber gehe ihm nicht aus dem Weg ...

Tag 3 – Nix Pusta, Rückenschmerzen Teil 2

Tag 3 | 02.05.2016
Gefahrene Strecke: 630 km | Tag 2 | Timisoara (RO) – Karlowo (BG)

Was für ein Morgen. Aufwachen in einem Bett, duschen, Frühstück, nicht die große Auswahl, aber Tische mit Tischdecken, Porzellantassen. Interessant was einem so auffällt, was man täglich gewohnt ist. Der Wecker klingelt zu angenehmer Uhrzeit, 07:00 Uhr ist eine gute Zeit aufzustehen. Unsere Abfahrt ist geplant für 08:00. Heute geht es in Richtung Kinderheim in Lugoj. Neben uns und der „Südheide“ Team 83 haben noch Team 111 „normal ja„, sowie die Jungbuschindianer #68 und Karlsracer #5 Ihren Besuch im Kinderheim angekündigt. Auch deren Fahrzeuge sind prall gefüllt mit Spenden die sich aus Kinderschuhen, Spielsachen und Kleidung zusammensetzen.

Ganz pünktlich kommen wir nicht los, das Signalhorn der RMS Hildesia wurde ja fachmännisch wieder repariert, der Anbau des Horns hat die Abfahrt geringfügig verzögert. Um 08:10 ging es dann endlich los. Als wir im Kinderheim eintrafen waren die Südheide schon vor Ort, die anderen Teams folgten kurzfristig danach. Nur der Organisator der Spenden, das Team 111 stecke nich im Verkehr fest und war zum Zeitpunkt der Übergabe noch nicht in Rumänien. Dafür soll deren Fisch am Galaton köstlich gewesen sein und ist somit als Verzögerungsgrund akzeptiert.

Im Kinderheim selber wurde ins Kaffee und Gebäck gereicht. Was mich persönlich stark gewundert hat, wir haben sehr wenig Kinder gesehen, ich hatte fast das Gefühl dass diese im anderen Häusern untergebracht sind, vielleicht sogar die Präsenz vor Ort untersagt wurde. Im Kinderheim Alba Julia, welches wir im Jahr 2014 besucht hatten waren wir andere Bilder gewohnt. Wie dem sein, ein paar Bewohner des Heims oder der Heime waren da und neben der Stammbelegschaft halfen sie beim Abladen. Die obligatorischen Fotos wurden geschossen, die Anwesenden haben sich auf den Wüstenschiffen verewigt und danach ging es schon weiter. Gegen 10:45 haben wir das Gelände verlassen.

Jetzt ging es schnurstracks Richtung Bulgarien. Uns haben die sehr guten Straßen in Rumänien überrascht. Was mir noch aufgefallen ist, wir haben uns im Prinzip gar nicht verfahren. Ein großes Lob an unseren Navigator Jörn. Alles optimal geplant und vorbereitet.

Die bulgarische Grenze wurde erreicht, direkt nach der Passkontrolle, ca. 2m später mussten wir gleich mal 6 Euro Nutzungsgebühr für die Brücke abschekeln. Willkommen in Bulgarien. Und die obligatorische Strassennutzungsgebühr in Höhe von 15 Lei sollten er die Autofahrer bekommen, nicht der Staat. Und dann  bitte in Höhe von Reifen plus Profiltiefe in mm mal Radumfang in cm. Das Ergebnis  dann mal 4. Mit dem Geld kann man dann vielleicht einen Tag Strecke in Bulgarien ohne Zusatzkosten for Reifen, Felgen oder Radaufhängungen überstehen. Die Straßen sin keine Zumutung, die sind eine Frechheit. Gleich nach 20km wurde die erste Straße komplett gesperrt, die Umleitung führte über völlig unwegsames Gelände dann irgendwann wieder zurück zur Hauptstrasse. Städteplaner, Verkehrsminister, etc. würden in Deutschland für so ein Ergebnis lebenslang eingesperrt und dürften noch nicht einmal mehr Bleistifte anspitzen.

Gegen 16:30 legten wir einen Zwischenstopp bei einem Supermarkt ein. Uns war klar dass wir heute Abend Selbstversorger sind. Danach gab es die erste Prüfung für unsere Wüstenschiffe. Die Fahrt durch den Bärenwald. Noch nie in meinen Leben habe ich solche Straßen gesehen. Sorry, ich habe mich falsch ausgedrückt. Es sind keine Strassen, es waren mal welche, bzw. sollten mal welche werden zur Zeiten als der Hunnenkönig noch sein Unwesen trieb. Wir haben extrem viel auf Video, ihr könnt gespannt sein. Die RMS Hildesia und MS Wappen von  Moritzberg II haben die Materialprüfung ohne Beanstandung überstanden.

Aus dem Wald herausgekommen, es war schon ca. 20:30 wollten wir nach einer Übernachtungsmöglichkeit suchen. Ich sah die Dusche, das frisch bezogene Bett so wie am Vorabend schon vor mir. Dann die Ernüchterung. Im Ort gab es weder ein verfügbares Zimmer noch ein anderes Hotel welches wir anfahren konnten. Also weiter. Als Standard haben wir uns die Maßgabe gesetzt an der ausgewählten Route ein Hotel zu suchen, bzw. einen Platz wo wir übernachten können (Zelt oder Auto). Auto schied heute Nacht noch aus. Wir haben ja einen Großteil der Ladung in Lugoj gelöscht, aber die Autos waren noch zu voll, bzw. nicht optimal gepackt. Es regnete aus Eimern, ein richtiges umladen war nicht möglich, zelten im Bärenwald ist offiziell verboten. Simone & Simone brauche ich erst gar nicht zu fragen ob wir uns darüber hinwegsetzen 🙂 Also Hotel. Das nächste auf der Route war irgendwo im Off, sah aus wie ein Ballon aus dem Wilden Westen nähe Wyoming. Und seit dieser Zeit wurde auch nie renoviert und immer geraucht. Das Super Sonder Spar Angebot. Ein Zimmer mit drei Betten und einer Couch für 40 Euro (umgerechnet) Unser Gegenangebot: 20 Euro. Wurde verneint. War auch gut so. Nach der Preisverhandlung fühlte ich mich schon wie ein Kettenraucher. Also wieder in die Autos und weiter. In der Nähe soll einen Campingplatz geben, von der Hauptstrasse ca. 12 km entfernt. Auf dem ersten Drittel hatte Jörn den Einwand dass es doch sehr mit weg von der Route ist. Berechtigter Einwand, vor dem Hintergrund einer ca. 8.000 km langen Rallye eher ein Fliegenschiss. Ok, wir also kehrt gemacht. Weiter Richtung Grenze nach Griechenland,. Das einzogst schöne jetzt ist nur noch der Umstand dass das Erreichen der Grenze morgen kürzer werden wird. Wir ahnen noch nicht wie sinnvoll das war.

Im Ort Karlowo in einer Linkskurve wird irgendwie ein neues Café oder Restaurant gebaut. Wir waren müde, hatten Hunger. Ein Hotel in der Nähe scheint aussichtslos. Wir haben also vor dieser Baustelle geparkt. Zu unserer Freude war der „Außenbereich“ schon fertiggestellt. D.h. Tische und Bänke außerhalb und überdacht. Wir hatten ein leckeres Freiluft Abendessen um ca. 23:30 Uhr . Salami, frisches Brot und Käse und Becks Bier, alles sehr köstlich. Das Wetter war immer noch nicht besser geworden. Es blieb uns nichts anders übrig als wieder im Auto und im sitzen zu schlafen. Welcome back Rückenschmerzen. Wir lesen uns morgen.

Weitersagen:
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Du möchtest was sagen? Gerne, hinterlasse einen Kommentar ...

avatar
wpDiscuz