FuntasticSix - Allgäu-Orient-Rallye Team 78

... suche nicht das Abenteuer, aber gehe ihm nicht aus dem Weg ...

Tag 5 – Istanbuler Betonfeuerwerk

Tag 5 | 04.05.2016 | Istanbul

Die erste Nacht im Auto ist zu Ende. Heute wurden siMone und ich wieder durch das berühmt berüchtigte „Jörn-Knock Knock Knock“ geweckt. Doch heute war es anders. Zum einen schien die Sonne, zum anderen wurde direkt ein Kaffee gereicht. Das Leben ist schön. Nach der Katzenwäsche, wir sind im dritten Tag ohne Dusche, haben wir es uns zwischen den Fahrzeugen gemütlich gemacht. Erneut Kaffee gekocht, also Wasser und löslicher Kaffee, auch das kann schmecken. Kommt immer auf den Umstand und das Umfeld an.Heute ist ein freier Tag. Einige Teamaufgaben in Istanbul stehen an, aber letztendlich kann jeder machen was er will. Geschätzt fehlt immer noch die Hälfte der Teams.
So richtig Lust auf einen Stadt-zu-Fuß-Marathon habe ich jetzt nicht. Zum einen möchte ich die freie Zeit nutzen, um Tag 4 im Blog fertig zu stellen, zum anderen muss ich noch ein wichtiges Utensil am Fahrzeug aktivieren. Unsere Sirene welche neben Hawai 5-0, auch FBI und Polizei Sirene wiedergeben kann ist immer noch ohne Funktion. Morgen ist der Konvoi durch Istanbul geplant, da ist es wichtig sich akustisch durchzusetzen.
Die drei Funtastischen ziehen also los, ich hatte geplant nach zu kommen, wenn meine Arbeiten erledigt sind. Als erstes also bloggen, den geistlichen Erguss habt Ihr ja schon gestern gelesen.
Dann die Sirene in Ganz bringen. Strom gecheckt, alles geht. Doch der Fehler wurde schnell gefunden. Das Potentiometer welches auch als Einschalter dient hat kein ordentliches Gewinde für das Rädchen. Billiger China Schrott würde Jörn jetzt sagen. Die Reparatur ist aber erfolgreich. Jetzt steht der Fahrt durch Istanbul nichts mehr im Weg.
Jetzt noch schnell eine größere Katzenwäsche, ohne Zeitdruck in dem gefühlt 40 Leute vor drei Waschbecken warten oder die eine vorhandene Toilette benutzen wollen.
So die richtige Lust die 20 Millionen Metropole jetzt zu Fuss zu durchqueren fehlt mir immer noch. Ich trinke da lieber noch mal einen Kaffee. Ok, irgendwann kann muss ich dann auch mal los. Ich dann also bewaffnet mit Rucksack, Macbook, Ladekabel, Verlängerungskabel und Steckdosenleiste los. Den Akku für den Fotoapparat habe ich auch gleich noch eingepackt. Die Suche nach Cafés und Restaurants hat sich neben Free Wifi auch noch um die Disziplin Steckdosen für Ladegeräte erweitert.
Ich muss dann auch irgendwann und irgendwo vom Weg abgekommen sein. Das bisschen Lust hat sich dann auch irgendwann in gar keine Lust mehr umgeschlagen. Ich beschloß wieder zurückzukehren. 2 Stunden war ich nun schon unterwegs. Der Schrittzähler an meiner Apple Watch hätte mit Sicherheit ein Darstellungsproblem gehabt, wenn ich sie denn dabei gehabt hätte. Kurzes Telefonat mit den anderen drei und die Abstimmung dass ich noch ein bisschen was zu essen kaufe. Womit ich mein nächstes Problem am Hals hatte, wo in dieser Strassenhölle finde ich einen Süpernarkt? Einen kleinen Kiosk habe ich dann gefunden. Zwei Brote, ein Glas Marmelade, einen Käse, eine ganze Wurst, ich denke mal Fleischwurst und 8  kalte Dosen Efeu haben den Verkäufer überrascht aussehen lassen. Ich denke mal er hat irgendwas gebrummelt wie „typisch Deutscher“.
Im Fahrerlager zurück musste erst mal wieder die Gaskocher seine Dienste verrichten. Mit Jojo von Team 111 noch mal einen gepflegten löslichen Nescafe getrunken.
Zwischenzeitlich waren die anderen drei eingetroffen. Im Schlepptau sechs Portionen Börek. Lecker war’s.
Eine Rallyeaufgabe gab es heute noch zu bewältigen. Wir müssen den Drachen bauen. Mein Freund Michael aus Rosenheim hat uns ja mit Material versorgt. Holzleisten und Schnur. Jetzt alles „zusammenkleistern“ und mit Plastikfolie spannen. Fertig. Sieht gut aus, fliegt aber nicht 🙂 Liegt bestimmt am Wind. Morgen auf dem Berg im Rallye Park wird er allen davon fliegen.
Wir bekamen plötzlich Besuch. Zwei türkische Studenten waren mit dem Rad unterwegs und neugierig geworden als sie das Treiben auf und um das Fahrerlager bemerkten. Skat und Sezgin waren die beiden. Während Sezgin noch mal schnell mit dem Fahrrad los fuhr und mit Baklava zurück. Sie bestanden darauf uns was zu geben. Es hat relativ lange gedauert bis das süsse Gebäck auf unserem Campingtisch stand. Den Kuchen gibt es eigentlich an jeder Ecke. Wir gehen davon aus, dass er einen besonders guten Bäcker angefahren hat um uns auch mit guter Qualität zu beglücken.
in der lockeren Atmosphäre, es war ca. 22:30 Uhr, als plötzlich ein lauter Knall in unmittelbarer Nähe zu unserem Standort die Gesprächsrunde jäh unterbrochen hatte. Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass eine Verpuffung stattgefunden hat. Jedenfalls stieg eine ca. 10-15m hohe Staubwolke auf die sich schnell auf uns zubewegte. Vor dem Hintergrund der letzen Ereignisse ist man bei dieser Art von Detonation erst mal grundsätzlich eingeschüchtert. Wir „flohen“ ins Auto. Beide Heckklappen waren geöffnet. Diese wurden schnell geschlossen, allerdings war bei der RMS Hildesia das hintere Seitenfenster halb geöffnet. Schnell zumachen war angesagt. Nicht so einfach wenn man nur elektrische Fensterheber hat und der Schlüssel erst noch gesucht werden muss. Zum Glück hat der Omega eine Komfortschaltung, man konnte die Fenster also schließen in dem man nur den Wagen per Funk schließt und den Knopf an der Fernbedienung gedrückt hält.
Trotzdem war der Innenraum nun sehr verstaubt. Bis dahin wußten wir noch nicht was wir eigentlich da die ganze Zeit einatmen. Der erste Schrecken hat sich gelegt. Wir sind dann wieder raus aus den Autos und konnten es kaum glauben. Die Autos waren mit einer dicken Staubschicht bedeckt. Alles, der Boden, die Zelte (auch von innen), Stühle und Tisch, alles war komplett verdreckt. Wir mussten die Autos komplett umpacken, auf den Boden konnte man ja weder was stellen noch gehen ohne gleich wieder diesen grauen feinen Staub im Auto zu verteilen. Wir sind dann auf die anderer Seite des Parks gefahren und haben alles das was draußen stand in drei bis vier Komplettentstaubungen einigermaßen reinigen können, auch die Autos. Hier haben wir dann auch festgestellt, bzw. glauben dass es sich um Zement handelt. Wir haben ca. 2 -3 Stunden gebraucht bis alles einigermaßen wieder gebrauchsfähig war. Skat und Sezgin halfen eifrig mit. Von hier aus auch noch mal vielen Dank für euren Besuch und die süße Überraschung.
Macht’s gut, bis bald. Und euch Lesern, bis morgen.
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Michael
Gast

Was könnte das für ein Schreibfehler sein, grübelte ich an der Überschrift. Im weiteren Textverlauf kam dann ein unerwarteter Spannungsbogen hinzu. Auwei, das hat wohl eine unangenehme Schocksekunde gebracht. Dann auch noch diese Megasauerei, womit hat man das verdient? Filmzitat: Dreck und Schweiß macht Wasserdicht. (Steiner)
Grüße aus Nusa Dua / Tania+Michael

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