Tag 22 – über den Wolken …

Tag Wetter Wir
22 24052014 5
Route
Amman – Frankfurt – Hanau – Hildesheim
gefahrene / geflogene Strecke: 3.435,50 km | Fahr- / Flugzeit (inkl. Pausen) 12:08 Std.
Höhenmeter: 11.000m

24.05.2014

Heute ist der definitv letzte Tag der Allgäu Orient Rallye 2014. Mit dem Akt der Abgabe der Wüstenschiffe kurz vor dem Flughafen endet unsere Mission der Völkerverständigung.

Es ist früh, wie immer und mal wieder, sehr früh. Um 07:00 sollen sich die ersten „Rückflügler“ mit ihren Autos am Hotel Crown Plaza aufstellen um dann in einer Kolonne zum Abstellplatz zu fahren. Von dort aus geht es mit Bussen zum Flughafen. Also 06:00 Uhr Frühstück, 05:15 Aufstehen, 05:00 Prince in Concert.

Wir müssen noch eine kleine Hürde nehmen. Es gibt im Team 78 nur noch ein Wüstenschiff mit anstäniger Batterieleistung. MS Wappen von Moritzberg kann im Prinzip nichts mehr richtig, außer Strom geben. Zu wenig Motorleistung, säuft Wasser wie nichts gutes, defekter Reifen, aber Strom hat er genügend. Davon können MS Rose und MS Huckup nur träumen. Nicht ganz vorteilhaft stellt sich die Art des Parkens von vor zwei Tagen heraus. Die Wüstenschiffe haben direkt hintereinander an der Pier Crown Plaza Dead Sea festgemacht. Und MS Wappen von Moritzberg liegt genau in der Mitte. Es gibt also zwei Möglichkeiten. Entweder bauen oder klemmen jeweils drei Starthilfekabel zusammen oder MS Wappen von Moritzberg leiht uns allen mal kurz seine Batterie. Wir haben uns für letzteres entschieden. Alle drei Wüstenschiffe wurden gestartet. Die Koffer haben wir schon alle verstaut. Alles was wir nicht mehr mitnehmen wollen und können verbleibt in den Fahrzeugen. Um 07:15 setzen sich die ersten Fahrzeuge, sprich die gebuchten ersten Plätze für den Rückflug nach München und Frankfurt in Bewegung. Ein letztes Mal im staubigen Innenraum sitzen, alles was uns in den letzten 3 Wochen begleitet hat werden wir nun noch für max. 70 km fühlen und hören. Als erstes verabschiedet sich wieder unser Kühlwasser welches vor Freude über unsere letzte Fahrt gleich zu kochen anfing. Die Heizung, wieder auf HI gestellt gibt uns auch einen Gruß mit auf dem Weg. Schweißperlen. Weiter vorne im Troß muss sich auch eine Ölablassschraube vorzeitig verabschiedet haben. In der nächsten Kurve werden wir alle mit dem „Tschöööö“ der Ablassschraube konfrontiert. Hätte noch mal kritisch werden können. MS Huckup hat mächtig das rutschen angefangen. Ich glaube hinter uns waren auch einige sehr am rudern, scheint aber nichts weiter passiert zu sein.

Unser Opel Omega B Caravan ist uns echt ans Herz gewachsen. Wenn ich ehrlich bin möchte ich ihn gar nicht abstellen. Wenigstens eine Woche noch, ein bisschen Wüste hier, ein bisschen Sightseeing da, und auch das schlafen im Auto hat besser geklappt als wir es uns vorgestellt haben. Cord und Carsten, die die Treiber für unsere Fahrzeugflotte waren haben alles richtig gemacht. Und da wir alle mit anständigen Kaptitänspatenten ausgestattet sind wissen wir was unser Schiff leisten kann und was nicht, kennen die Gefahren und können sie gut umschiffen. Andere Teams hatten da weniger Glück. Ich überhole gerade zwei Pathfinder. Einer hat die Regeln der Wüste nicht beachtet und muss das tun was jeder Kommandant niemals hören möchte. Das Klicken der Abschleppstange.

Wir erreichen das Gelände auf denen die Autos abgestellt werden. Unserer Freude dass wir pannenfrei angekommen sind drücken wir durch kräftiges Auffahren auf den Vordermann auf. Alles in der Familie natürlich. MS Huckup streichelt, bzw. gibt „high five“ dem Vordermann, MS Rose. Der bedankt sich artig per Rückwärtsgang und „shake body“. Artig abgestellt mit offenen Türen und stecken gelassenen Zündschlüssel formuliere ich noch eine Dankesrede. Einen Gruß für die zukünftigen Kommandanten verfassen siMone und ich noch kurz auf der Windschutzscheibe. Zum Abschluß gibt es noch eine Bierdusche mit ca. 35° Grad warmen Efes Bier. Dann heißt es Abschied nehmen “ Maach et joot“

Die Busse warten freundlicherweise bis alle eingestiegen sind, und wartet noch 5 mal. Als wir dann endlich den Flughafen erreichten haben wir auf die entsprechenden Flüge eingscheckt. Als wir an der Reihe waren, bzw. dann mein Flugticket gedruckt werden sollte … Stillstand. „Das Gate ist geschlossen, ich versuche es wieder zu öffnen“ sagte mir der freundliche Mann am Schalter. Ich schaue auf die Uhr 09:50, um 10:20 soll der Flieger abheben. hinter mir noch etliche Teams, gescheige das wir alle überhaupt schon durch den Security Check sind. Sehr sportlich. Es freut mich jetzt außerordentlich das der Busfahrer die Geduld einer Schiffstrosse hat. Das Gate wurde wieder geöffnet. Wir können abkürzen, also nicht am Flughafen, sondern hier im Blog. Es sind alle mitgeflogen 🙂

Das erste was ich auf den Ticket sehe, wir haben alle unterschiedliche Sitzplätze. Dieses Sitzplatzbingo war so nicht abgesprochen. Ich sehe schon wie sich alle Passagiere gegenseitig die Plätze tauschen bis endlich die harmonische Sitzreihenfolge abgeschlossen ist. Nun ja, abwarten. Wir gehen in den Flieger. Und die Jungs der Hachenburger Frischlinge, Team #84 sitzt komplett in der Business Class und feixen sich einen. Sehr dekadent. Und neidisch bin ich auch, gebe ich ja gerne zu. Kleines Späßchen, weiter gehts in die Holzklasse. siMone hat Glück. Ihr Sitz ist direkt hinter der Business Class, sie hat also vor ihrem Sitz ca. 2m Platz. Leider geil. Mein Platz ist natürlich weiter hinten, mitten drin. Vor meinen Augen läuft gerade die Flugzeugszene von „Ein Ticket für zwei“ mit John Candy und Steve Martin ab. Und es was soll ich sagen, ein guter Mensch hat mir seinen Platz, also den neben siMone angeboten. jetzt habe ich auch 2m Platz. Very very nice und noch mal Danke an den edlen Spender.

Wir landen in Frankfurt, das Gepäck ist schnell vom Gepäckband genommen, der nächste Schock. Wir hatten vergessen die bahntickets vorher zu buchen, selbt einen Tag vorher wäre noch eine gesamte Ersparnis von über 60 Euro drin gewesen. Aber nach Hause müssen wir nun mal, der nächste Zug kommt in ca. 10 Minuten. Schnell noch zwei belegte Spitzbrötchen mit Kase und Salami vom Schwein plus zwei Laugenbrötchen mit Camenbert beim Bäcker geholt. 14,40 Euro. Willkommen in Deutschland kann ich da nur sagen. Wo bitte ist die „fast rewind“ Taste hier im Film? Ich finde sie nicht. Dafür aber auf Anhieb den Bahnsteig wo wir dann über Hanau mit dem ICE bis Hildesheim gahren. Cord und Carsten müssen leider mit einem anderen Zug fahren, da der Weg nach Braunschweig nicht auf unserer Route liegt. Drei Wochen so eng beieinander und weil der Fahrplan der Bahn außerplanmäßig mal planmäßig ist fällt die Verabschiedung leider sehr sparsam aus. Aber wir haben ja noch unsere AOR-glücklich-zurück-Party am 31.05. im Potters. Da sehen wir die besten Navigatoren der Welt wieder.

So gegen 19:00 Uhr erreichten wir Hildesheim Hauptbahnhof, oder das was von ihm übrig geblieben ist. Die Koffer über die Baustelle zu den Taxen zu bugsieren war um längen schwieriger als auf dem Autoabstellplatz in Amman. Und das Wetter war xxx, um es mal auf Deutsch zu sagen. Wir guckten uns an und innerhalb von 5 Millisekunden sangen 4 Kehlen … „wir wollen wieder zurück“ …

Zu Hause angekommen haben siMone und ich erst mal lecker Puffbrause auf die erfolgreiche Rallye getrunken. 20:00 Uhr Tageschau. Man weiß gar nicht mehr was los ist auf der Welt. Die ersten 2 Minuten reichen um zu verstehen, man beschäftigt sich wieder mit Nebensächlichkeiten. Der Blockbuster auf der ARD an diesem Samstag: „Mord in Istanbul“ Wir erkennen sofort ein paar Plätze in Istanbul wieder und fragen uns verwundert warum wir denn für das Stück ca. 2 Stunden gebraucht haben während Erol Sander als Kommissar Mehmet Özakin mal gerade 10 Sekunden braucht. Im Prinzip nur um die Ecke fährt. Ich werde es nicht mehr erfahren, denn gegen 20:45 bin ich eingeschlafen. So früh und am Ende so lange habe ich schon seit Wochen nicht mehr geschlafen.

Hiermit endet nun die Reihe der Tagesberichte von unserem Abenteuer Allgäu Orient Rallye 2014 als Team 78 – FuntasticSix. Unser Team 78 Fazit zu der Rallye werde ich gesondert schreiben. Ich bedanke mich bei allen Lesern, Blog-Abonnenten, sowie den Besuchern, ob nun punktuell oder regelmäßig. Um Verzeihung möchte ich bitten dass die Berichte immer mit Verzögerung online waren. WLAN war zwar häufig verfügbar, aber man will ja auch mal schlafen (eher muss), man hat den Kopf einfach nicht frei und letztendlich muss man auch die Muse und die Lust haben was zu texten. Uns allen hat es viel Freude gemacht euch zu unterhalten. Ich greife mal vor und bedanke mich schon mal bei allen Freunden und Bekannten, vor allem unseren Angehörigen die uns neben Daumendrücken auch noch in vielen anderen Dingen unterstützt haben. Und auch den Partnern und Sponsoren unseres Teams gebührt ein großer Dank. Ohne euch hätten wir die Rallye nicht bestreiten könnne. Ganz, ganz lieben Dank. Und freut euch nicht zu früh, naja, ich sage nix, reloaded und so … Bleibt dem Blog und unserer Facebookseite treu, hier und da kommen immer noch Beiträge von oder zu der Rallye.

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stefanwoehlken
Gast

Vielen Dank für die tollen Berichte und die klasse Fotos! War toll Eurem Tripp zu folgen. Hat mir die Pausen in der Reha hervorragend verkürzt.
Willkommen zurück und viel Spaß auf Eurer Party!