Wie aus 20 Handtaschen Utensilien 10.000 Mahlzeiten für ein Flüchtlingslager werden

Wie kommt es, dass Frauen glauben, sich mit ihrer Handtasche für alle Lebenslagen rüsten zu müssen? Diese Frage lässt sich mit einem Blick auf die Evolution schnell beantworten: Eine lange Traditionslinie lässt sich aufzeigen, die dieses seltsame geschlechtsspezifische Verhalten erklärt. Zu Zeiten der Jäger und Sammler war es Aufgabe der Frau zu tragen: die Kinder, die Früchte, die Felle und Häute. Der Mann hatte seine Hände stets frei, um bei drohenden Angriffen sofort verteidigend eingreifen zu können.

Das Fell wurde mittlerweile zur Ledertasche verarbeitet. Das nennt man kulturellen Fortschritt. Der Mann hat immer noch die Hände frei, denn natürlich trägt SIE auch heute noch die Utensilien ihres Partners spazieren.

Rucksack oder Stoffbeutel, edles Krokofutteral oder Plastiklook, trendy oder konservativ – kaum eine Frau geht ohne passende Handtasche aus dem Haus. Dem männlichen Geschlecht bleibt stets verborgen, warum viele Frauen Beutel mit sich herumschleppen, die einer Reisetasche näher stehen als einer Handtasche. Schön dass die Allgäu-Orient-Rallye es endlich geschafft hat dieses Ritual in ein nützliches und hilfreiches Projekt umzuwandeln.

Die sog. Handtaschenaufgabe soll dafür sorgen dass ein Flüchtlingslager mit mindestens 10.000 Reis Mahlzeiten unterstützt wird. Die Verteilung erfolgt durch das jordanische Organisationskomitee. Und das mit einer Handtasche und darin vorhandenen 20 Utensilien.
Wie das geht? Ganz einfach: Jedes dieser Teile muss gegen 500 Gramm verpackten Reis getauscht werden. Der Rest ist reine Mathematik.

20 Teile werden von ca. 100 Teams gegen gegen jeweils 500 Gramm Reis getauscht und pro Mahlzeit rechnet man 100 Gramm Reis:
20 x 500 x 100 = 10.000.000 : 100 = 10.000 Mahlzeiten.

Die Handtasche soll aus dem selben Jahr stammen wie unsere Wüstenschiffe bzw. deren ursprüngliche Indienststellung. Diese haben wir schon mal gefunden. Jetzt geht es noch um den Inhalt, die 20 Utensilien. Schlüssel, Handy und Geldbeutel fallen aus, bleiben also noch:

  1. Lippenpflegestift. Dieses klassische Repertoire befriedigt die grundlegenden weiblichen Bedürfnisse. Niemals trockene Lippen
  2. Je nach Frauentyp können auch Zigaretten und Feuerzeug zur überlebensnotwendigen Grundausrüstung gehören.
  3. Kugelschreiber
  4. Kalender
  5. Menstruationskalender
  6. Zahnarztbonusheft
  7. Süßstoffspender, natürlich im Handtaschenformat
  8. Pfefferminzbonbons (Sie dienen entweder als Männlichkeitstest (sind sie zu stark, bist du schwach…) oder zur Einstimmung (no smint – no kiss)
  9. Auch Tampons sind unverzichtbare Begleiter – und das unabhängig vom Zyklus
  10. Kopfschmerztabletten: immer dabei, für den Fall der Fälle – meistens für irgendeinen leidenden Mann
  11. Standardkosmetik (alleine das sind schon 3x 20 Teile)
  12. Parfüm
  13. Handcreme
  14. Nagelfeile
  15. Mundspray
  16. historische Eintrittskarten
  17. Kassenzettel von den Einkäufen der letzten Wochen
  18. Waffenspray
  19. Liste mit Notfallrufnummern
  20. Nicht zu vergessen: Die Taschentücher. Diese sind aus Papier und deshalb heute weder zum Fallenlassen gedacht noch geeignet.

Durch die eine oder andere Optimierung oder persönliche Anpassung wirkt die Handtasche als Spiegel der Evolution. Und was lernen wir daraus? Die Frau braucht – dank ihres Tascheninhalts – den Mann nicht mehr. Und er steht buchstäblich mit leeren Händen da.

Daher freuen wir uns das Bollwerk der Handtasche durch die Sonderaufgabe endlich zu was nützlichem umzudrehen. Wir werden also die 20 Utensilien gegen 20x 500 Gramm Reis „hochtauschen“

Die Handtasche des Grauens aus dem Jahr 1995 haben wir auch schon.

handtasche

Beitragsbild: ddp

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